Content-Modell
Ein Content-Modell, englisch Content Model, ist eine strukturierte Beschreibung der Inhaltstypen, ihrer Felder und der Beziehungen zwischen ihnen in einem System wie einem CMS. Es legt etwa fest, aus welchen Bestandteilen ein Referenzprojekt, ein Produkt oder ein Blogartikel besteht und welche Angaben Pflicht sind.
Das Content-Modell trennt Inhalte von ihrer Darstellung. Dadurch lassen sich Informationen in mehreren Kanälen wiederverwenden. Bei einem Website-Relaunch sollte es vor der CMS-Auswahl stehen.
Wie entwickelt ihr ein Content-Modell vor dem Website-Relaunch?
Ein Content-Modell entsteht am besten aus euren tatsächlichen Inhalten, nicht aus den Möglichkeiten eines bestimmten CMS.
- Bestand sichten: Wertet eine Content-Inventur aus und sucht wiederkehrende Inhaltsarten wie Produkte, Referenzen, Veranstaltungen oder Ansprechpersonen.
- Inhaltstypen festlegen: Bündelt ähnliche Inhalte zu klar benannten Typen und vermeidet Sonderfälle für einzelne Seiten.
- Felder definieren: Beschreibt je Typ die Bestandteile, Pflichtangaben, Formate und zulässigen Werte.
- Beziehungen klären: Legt fest, welche Typen miteinander verknüpft sind, etwa Referenz mit Produkt und Branche.
- Mit Beispielen testen: Füllt das Modell mit echten Inhalten und prüft, ob sie sich vollständig und ohne Umwege abbilden lassen.
- Verantwortung festlegen: Bestimmt, wer das Modell pflegt und Änderungen freigibt.
Mit diesem Modell könnt ihr CMS-Anbieter gezielt fragen, wie sie eure Struktur abbilden.
Ein Referenzprojekt besteht aus Kunde, Ausgangslage, Lösung, Ergebnis und zugehörigen Bildern.
Häufige Fragen
Content-Modell oder Sitemap: Was ist der Unterschied?
Die Sitemap beschreibt Seiten und ihre Hierarchie, also wo Inhalte auf der Website stehen. Das Content-Modell beschreibt, woraus Inhalte bestehen und wie sie zusammenhängen, unabhängig von einer bestimmten Seite. Ein Produkt kann so auf der Produktseite, im Newsletter und in einer Vergleichstabelle erscheinen, ohne mehrfach gepflegt zu werden.
Wer erstellt ein Content-Modell?
Ein Content-Modell entsteht im Zusammenspiel von Content-Verantwortlichen und Technik. Marketing und Redaktion wissen, welche Inhalte es gibt und wie sie genutzt werden. Entwicklung oder Agentur bringen die Umsetzung im CMS ein. Legt nur eine Seite das Modell fest, passt es entweder nicht zum Redaktionsalltag oder nicht zur Technik.
Braucht ein Headless CMS ein Content-Modell?
Ja, bei einem Headless CMS ist das Content-Modell unverzichtbar. Weil es keine feste Seitendarstellung gibt, bestimmt allein das Modell, welche Felder Inhalte haben und wie Website, Apps oder andere Kanäle sie abrufen. Fehler im Modell zeigen sich dort sofort und lassen sich später nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.
Hilft ein Content-Modell beim Einsatz von KI?
Ja. Klar definierte Felder geben KI-Werkzeugen eine feste Struktur vor: Ein Entwurf liefert etwa Ausgangslage, Lösung und Ergebnis als getrennte Felder statt als Fließtext. Das erleichtert Prüfung, Übernahme ins CMS und Wiederverwendung in anderen Kanälen. Gleichzeitig fallen leere oder unpassend befüllte Pflichtfelder schneller auf.
