Quellenprüfung
Quellenprüfung ist die Bewertung, ob eine Quelle existiert, vertrauenswürdig und aktuell ist und die konkrete Aussage tatsächlich stützt. Sie umfasst die Prüfung von Urheberschaft, Veröffentlichungsdatum, Methode und Zusammenhang sowie den Abgleich mit dem Originaldokument statt mit Zusammenfassungen.
Bei KI-Texten ist Quellenprüfung besonders wichtig, weil Modelle Quellen erfinden oder echte Quellen falsch wiedergeben können. Anders als der reine Faktencheck bewertet sie die Belegbasis, nicht nur die Aussage selbst.
Wie läuft eine Quellenprüfung bei KI-Texten ab?
Eine Quellenprüfung bei KI-Texten folgt am besten einer festen Reihenfolge, damit keine Stufe übersprungen wird.
- Existenz prüfen: Lässt sich die genannte Quelle mit Titel, Urheberschaft und Datum tatsächlich finden?
- Original öffnen: Lest die Fundstelle selbst, nicht eine Zusammenfassung oder die Beschreibung der KI.
- Aussage abgleichen: Stützt die Quelle genau die Aussage im Text, oder wurde sie verkürzt, verallgemeinert oder aus dem Zusammenhang gelöst?
- Qualität bewerten: Wer steht hinter der Quelle, wie aktuell ist sie, und ist die Methode nachvollziehbar?
- Dokumentieren: Haltet Fundstelle und Prüfdatum fest, damit spätere Aktualisierungen leichter fallen.
Auch eine echte Quelle kann falsch zitiert oder in einem unpassenden Zusammenhang verwendet werden. Deshalb ist der Abgleich der Aussage der wichtigste Schritt, und gerade er wird in der Eile leicht ausgelassen.
Das Team liest die Originalstudie statt nur die Zusammenfassung eines Drittanbieters.
Häufige Fragen
Welche Quellen sind bei der Quellenprüfung vertrauenswürdig?
Vertrauenswürdig sind vor allem Primärquellen: Originalstudien, amtliche Statistiken, Gesetzestexte, Normen und Veröffentlichungen der Organisation, um die es geht. Sekundärquellen wie Fachartikel sind brauchbar, wenn Autorschaft, Datum und Belege erkennbar sind. Vorsicht gilt bei Quellen ohne Impressum, ohne Datum oder mit erkennbarem Verkaufsinteresse an der Aussage.
Wer ist für die Quellenprüfung verantwortlich?
Verantwortlich ist die Person, die einen Text erstellt oder mit KI-Unterstützung bearbeitet, nicht die KI. Bei der Freigabe bestätigt eine zweite Person stichprobenartig, dass Belege vorhanden und tragfähig sind. Bei heiklen Aussagen, etwa zu Gesundheit, Recht oder Zahlen über Wettbewerber, gehört zusätzlich die Fachabteilung in die Prüfung.
Kann KI die Quellenprüfung übernehmen?
KI kann unterstützen, aber nicht ersetzen. KI-Werkzeuge mit Websuche finden mögliche Fundstellen und vergleichen Aussagen mit Dokumenten, die ihr bereitstellt. Dabei können sie Quellen aber falsch zusammenfassen oder Fundstellen behaupten, die so nicht existieren. Das Öffnen und Lesen der Originalquelle bleibt deshalb Aufgabe eines Menschen.
Wie viel Aufwand bedeutet Quellenprüfung im Redaktionsalltag?
Der Aufwand hängt von der Zahl der Belege und ihrer Tragweite ab. Bei einem Text mit wenigen bekannten Standardquellen geht es schnell, bei Studien, Zahlen und Zitaten dauert es deutlich länger. Plant die Quellenprüfung deshalb als eigenen Schritt im Workflow ein. Eine gepflegte Liste bewährter Quellen je Thema verkürzt die Arbeit spürbar.
