- Dennis Gumprich
- Veröffentlicht 31. Oktober 2026
Die Frühjahrskampagne ist auf Deutsch freigegeben. Bis Montag sollen die Fassungen für Frankreich, die Niederlande und Polen stehen. Jemand kopiert Landingpage, Anzeigen und Newsletter in ein Übersetzungstool, und eine Stunde später liegen drei Sprachfassungen im Ordner.
Am Freitagmittag meldet sich die Kollegin aus Amsterdam. Der Claim lebt von einem Wortspiel, das auf Niederländisch keinen Sinn ergibt. Der Produktname ist übersetzt worden, die Anrede wirkt steif, und eine Garantieaussage stimmt mit den Bedingungen im Land nicht überein. Der Launch rutscht um zwei Wochen.
Marketinginhalte übersetzt ihr schnell, wenn ihr nicht jeden Text gleich behandelt. Fachtexte und Produktdaten laufen maschinell mit Glossar und Translation Memory, eine muttersprachliche Person prüft nach festen Regeln. Claims, Kampagnen und Humor werden transkreiert, rechtliche Aussagen fachlich freigegeben. Tempo entsteht durch wiederverwendete Begriffe und klare Länderfreigaben, nicht durch das Übersetzungstool allein.
Was macht Übersetzungen für mehrere Märkte schnell?
Ein fester Ablauf, der für jeden Inhaltstyp das passende Verfahren und die passende Prüftiefe vorgibt. Maschinelle Übersetzung liefert die Erstfassung in Minuten. Die Zeit geht danach verloren: bei Begriffen, die jedes Mal neu diskutiert werden, bei Texten, die gar nicht übersetzt, sondern neu geschrieben werden müssten, und bei Länderfreigaben ohne Frist.
Die Werkzeuge sind in vielen Teams längst im Einsatz. Im Trendmonitor Interne Kommunikation 2026 nennen 72,4 % der KI-Nutzerinnen und -Nutzer Übersetzungsprogramme wie DeepL, nach Text-KI der zweithäufigste Einsatz. Was fehlt, ist selten das Tool, sondern der Prozess darum herum: Wer entscheidet, wann eine maschinelle Fassung reicht? Wo liegen die freigegebenen Begriffe? Wer prüft im Land, und bis wann?
Neu ist dieser Einsatz nicht. Schon in der bvik-Studie „Digitalisierungsgrad 2023“ nutzten 42 Prozent der 191 befragten Unternehmen KI im Marketing, am häufigsten für Content-Erstellung und Übersetzung. Wenn die Übersetzung schon 2023 zu den häufigsten Anwendungen gehörte, lohnt es sich umso mehr, den Prozess darum jetzt festzuschreiben, statt auf das nächste Werkzeug zu warten. Einschränkend gilt: Es handelt sich um einen historischen Wert aus 2023 aus einer Verbandsbefragung mit kleiner Stichprobe.
Dieser Beitrag beschreibt den praktischen Übersetzungs- und Lokalisierungsprozess. Wie ihr Zentrale und Länder grundsätzlich aufstellt, also wer den Kern liefert, wer anpassen darf und wie die Rückmeldung funktioniert, steht im Beitrag Ein Headquarter, viele Länder: Content zentral erstellen, lokal ausspielen. Beide Beiträge ergänzen sich: dort das Steuerungsmodell, hier die Arbeit an der einzelnen Sprachfassung.
Wann reicht eine Übersetzung, und wann braucht ihr Transkreation?
Eine Übersetzung reicht, wenn der Inhalt in jedem Markt dasselbe leisten soll und von Fakten lebt: Fachbeiträge, Produktdaten, Hilfetexte, FAQ. Lokalisierung braucht ihr, sobald Beispiele, Einheiten, Preise oder Anrede zum Markt passen müssen. Transkreation ist nötig, wenn ein Text von Wortspiel, Rhythmus, Humor oder kultureller Anspielung lebt, also bei Claims, Headlines und Kampagnenbotschaften.
Die drei Verfahren unterscheiden sich im Auftrag, nicht nur im Aufwand. Bei der Übersetzung lautet der Auftrag: Gebt denselben Inhalt korrekt in einer anderen Sprache wieder. Bei der Lokalisierung: Passt den Text so an, dass er im Zielmarkt selbstverständlich wirkt. Bei der Transkreation: Erzielt im Zielmarkt dieselbe Wirkung, auch wenn dafür andere Worte, Bilder oder Argumente nötig sind. Ein transkreierter Claim kann vom Original so weit entfernt sein, dass eine Rückübersetzung kaum noch Ähnlichkeit zeigt. Das ist kein Fehler, sondern der Zweck.
| Inhaltstyp | Verfahren | Warum |
|---|---|---|
| Produktdaten, technische Beschreibungen, Hilfetexte | Übersetzung | Fakten, feste Begriffe, hohe Wiederholung |
| Fachbeitrag, Whitepaper, FAQ | Übersetzung mit Lokalisierung der Beispiele | Argumentation trägt, Beispiele und Quellen sind oft landesspezifisch |
| Landingpage, Newsletter, Social-Media-Beitrag | Lokalisierung | Anrede, Angebot, Termine und Verfügbarkeit unterscheiden sich je Markt |
| Claim, Headline, Anzeige, Kampagnenidee | Transkreation | Wirkung hängt an Sprache, Klang und kulturellem Bezug |
| Garantien, Preisangaben, Gesundheits- oder Umweltaussagen | Fachübersetzung mit rechtlicher Prüfung im Land | Rechtliche Anforderungen unterscheiden sich je Land |
Für die Planung heißt das: Legt das Verfahren schon im Briefing fest, nicht erst, wenn die Übersetzung zurückkommt. Ein Kampagnenpaket besteht meist aus Teilen mit unterschiedlichem Verfahren. Der Fließtext der Landingpage kann maschinell übersetzt und lokalisiert werden, Headline und Claim gehen parallel in die Transkreation. Wer das Paket als Ganzes durch ein Übersetzungstool schickt, verschiebt die Arbeit nur nach hinten, in die Korrekturschleife.
Was gehört in ein Glossar, und wozu dient ein Translation Memory?
Das Glossar legt fest, wie einzelne Begriffe in jeder Sprache heißen: Produkt- und Markennamen, Fachbegriffe, Tabuwörter und die freigegebene Fassung eurer Claims. Das Translation Memory speichert ganze Sätze, die bereits übersetzt und freigegeben sind, und schlägt sie bei Wiederholung erneut vor. Zusammen sorgen beide dafür, dass ihr freigegebene Formulierungen wiederverwendet, statt sie jedes Mal neu abzustimmen.
Ein Glossar für Marketing ist kein Wörterbuch. Es enthält nur Begriffe, bei denen es eine Entscheidung gibt. Dazu gehören Namen, die nicht übersetzt werden dürfen, Fachbegriffe, für die es mehrere mögliche Entsprechungen gibt, und Wörter, die ihr bewusst vermeidet, etwa weil sie im Zielmarkt anders verstanden werden oder weil ein Wettbewerber sie als Marke nutzt. Je Eintrag braucht ihr die freigegebene Entsprechung, eine kurze Begründung und die Person, die sie festgelegt hat.
Maschinelle Übersetzungsdienste können ein solches Glossar direkt anwenden. DeepL beschreibt seine Glossare als Steuerung dafür, wie Fachbegriffe sowie Marken- und Produktsprache übersetzt werden, und betont, dass sie mehr seien als ein Suchen und Ersetzen: Die festgelegten Begriffe würden grammatisch an den jeweiligen Satz angepasst. Glossare lassen sich für unterschiedliche Sprachkombinationen anlegen. Für die Tarife Pro Advanced und Ultimate bietet DeepL zusätzlich einen Generator, der Glossarvorschläge aus vorhandenen Satzpaaren im Format TMX oder TSV erzeugt. Prüft die Funktionen für euren Tarif direkt beim Anbieter, sie ändern sich laufend.
Das Translation Memory spielt seine Stärke bei Inhalten mit hoher Wiederholung aus: Produktdaten, Textbausteine in Newslettern, rechtliche Hinweise, Teaser für wiederkehrende Formate. Jede freigegebene Übersetzung wird zur Vorlage für die nächste. Damit das funktioniert, muss die korrigierte Fassung aus dem Land zurück in den Speicher fließen. Bleibt sie in einer E-Mail oder in einem lokalen Dokument, korrigiert das Land beim nächsten Mal denselben Satz noch einmal.
Glossar und Markensprache gehören zusammen. Wenn ihr eure Tonalität, Begriffe und Formulierungsregeln für die KI ohnehin hinterlegt, ergänzt sie um die Sprachfassungen. Wie ihr dabei vorgeht, steht in Markensprache hinterlegen, und wie ihr der KI darüber hinaus Kontext zu Produkten und Märkten mitgebt, in Wissensbasis aufbauen.
Wie legt ihr die Tonalität je Markt fest?
Schriftlich und je Markt und Kanal, bevor die erste Übersetzung entsteht. Die wichtigste Einzelentscheidung ist die Anrede: formell oder informell. Sie prägt jeden Satz und lässt sich nachträglich nur mit viel Aufwand ändern. Trefft sie gemeinsam mit dem Land, nicht allein in der Zentrale, weil dort das Gespür für die Erwartungen der Zielgruppe liegt.
Viele Sprachen unterscheiden in der Anrede, Englisch tut es nicht. Daraus entsteht ein typischer Fehler: Ein deutsches Original mit Sie wird über eine englische Zwischenfassung ins Französische oder Niederländische übertragen, und die Anrede fällt dabei zufällig aus. Übersetzt deshalb möglichst direkt aus dem Original und gebt die gewünschte Anrede vor.
Auch das unterstützen gängige Werkzeuge. DeepL bietet für ausgewählte Zielsprachen eine Einstellung für formelle oder informelle Übersetzung. Laut DeepL-Support sind das unter anderem Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch, für Japanisch gibt es eine eigene Unterscheidung zwischen höflichem und einfachem Ton. Die Einstellung bestimmt die Pronomen und die davon abhängigen Wörter in der Übersetzung. Sie steht in den Pro-Anwendungen zur Verfügung und lässt sich über die Programmierschnittstelle mit einem Parameter setzen.
Anrede je Markt und Kanal festgelegt, zwei bis drei Beispielsätze je Sprache als Referenz, Einstellung im Übersetzungstool fest hinterlegt, Abweichungen nur mit Begründung des Landes.
Anrede wechselt zwischen Landingpage und Newsletter, Übersetzung läuft über Englisch, jede Person im Land korrigiert nach eigenem Gefühl, das Ergebnis klingt in jedem Kanal anders.
Zur Tonalität gehört mehr als die Anrede: Satzlänge, Direktheit, Umgang mit Superlativen, Einsatz von Humor. Ein Satz wie „Wir sind die Nummer eins“ kann in einem Markt selbstbewusst wirken und in einem anderen unseriös, und vergleichende Werbung ist nicht überall gleich geregelt. Haltet diese Punkte als kurze Markenregeln je Sprache fest. Sie sind für die Menschen im Land genauso nützlich wie für die KI, die die Erstfassung schreibt.
Wie läuft ein Übersetzungsprozess in fünf Schritten?
Vom freigegebenen Original über Vorbereitung, maschinelle Erstfassung, muttersprachliche Prüfung und Länderfreigabe bis zur Pflege von Glossar und Speicher. Der fünfte Schritt wird am häufigsten weggelassen und kostet am meisten Zeit, weil ohne ihn jede Korrektur beim nächsten Text wieder anfällt.
- Schritt 1VorbereitenDas Original ist inhaltlich freigegeben. Je Teil ist das Verfahren festgelegt, das Glossar ist aktuell, die Anrede je Markt steht, und für Inhalte mit Suchrelevanz liegen die Suchbegriffe je Markt vor.
- Schritt 2Erstfassung erzeugenMaschinelle Übersetzung mit hinterlegtem Glossar, Speicher und Formalitätseinstellung. Claims und Headlines gehen parallel in die Transkreation.
- Schritt 3Muttersprachlich prüfenEine Person mit der Zielsprache als Muttersprache prüft nach festen Regeln, deren Tiefe vom Inhaltstyp abhängt. Korrekturen werden im Text vorgenommen, nicht als Anmerkung in einer E-Mail.
- Schritt 4Im Land freigebenEine benannte Person je Land gibt frei, mit einer festen Frist. Ohne Rückmeldung bis zur Frist gilt die geprüfte Fassung als freigegeben, sofern keine rechtliche Prüfung aussteht.
- Schritt 5NachpflegenNeue oder geänderte Begriffe landen im Glossar, freigegebene Sätze im Speicher. Wiederkehrende Korrekturen werden zur Regel in der Markensprache.
Ein Detail entscheidet über das Tempo von Schritt 1: Übersetzt erst, wenn das Original freigegeben ist. Jede Änderung am Original nach Beginn der Übersetzung erzeugt Folgearbeit in jeder Sprache, und bei fünf Märkten wird aus einer Korrektur schnell eine halbe Woche Abstimmung. Wenn ein Termin eine frühere Übersetzung erzwingt, markiert die Teile, die sich noch ändern können, und übersetzt sie zuletzt.
Wie kombiniert ihr KI-Übersetzung mit muttersprachlicher Prüfung?
Indem ihr die Prüftiefe nach Inhaltstyp und Risiko festlegt, statt jeden Text gleich gründlich oder gleich oberflächlich zu prüfen. Produktdaten mit gepflegtem Glossar brauchen eine Stichprobe, Fachbeiträge eine vollständige Sprachprüfung, Claims eine Transkreation und rechtliche Aussagen eine fachliche Freigabe im Land. So setzt ihr die knappe Zeit der muttersprachlichen Prüferinnen und Prüfer dort ein, wo sie die meisten Fehler verhindert.
Die Prüfung einer maschinellen Fassung ist eine andere Aufgabe als eine Übersetzung. Die Person liest nicht Satz für Satz gegen das Original, sondern prüft gezielt die Stellen, an denen maschinelle Übersetzung typischerweise danebenliegt: mehrdeutige Begriffe, Zahlen und Einheiten, Verneinungen, Anrede, Eigennamen und Aussagen, die im Land anders geregelt sind. Gebt ihr deshalb eine kurze Prüfliste mit, statt den Auftrag „bitte einmal drüberlesen“ zu formulieren.
| Prüfstufe | Typische Inhalte | Was geprüft wird | Wer prüft |
|---|---|---|---|
| Stichprobe | Produktdaten, Hilfetexte, wiederkehrende Bausteine | Glossarbegriffe, Zahlen, Einheiten, ausgewählte Sätze | Muttersprachliche Person im Team oder im Land |
| Volle Sprachprüfung | Fachbeitrag, Newsletter, Landingpage-Fließtext | Verständlichkeit, Ton, Anrede, Beispiele, Lesefluss | Muttersprachliche Person mit Fachkenntnis |
| Transkreation | Claim, Headline, Anzeige, Kampagnenidee | Wirkung, Mehrdeutigkeit, kulturelle Bezüge, Länge im Layout | Muttersprachliche Texterin oder Agentur im Markt |
| Fach- und Rechtsprüfung | Garantien, Preise, Gesundheits- oder Umweltaussagen | Zulässigkeit der Aussage im Land, Pflichtangaben | Fachabteilung oder Rechtsabteilung im Land |
Für die Prüfung von KI-Texten im eigenen Markt gibt es bereits erprobte Kriterien: Fakten, Quellen, Markensprache, Verständlichkeit. Sie gelten für Sprachfassungen genauso und lassen sich um die Punkte Glossar, Anrede und Rechtslage im Land ergänzen. Eine Vorlage dafür bietet Prüfkriterien für KI-Texte.
Prüft nicht nur die Sprache, sondern auch das Layout. Übersetzte Texte sind oft länger oder kürzer als das Original. Buttons, Betreffzeilen, Anzeigentitel und Social-Media-Vorschauen haben feste Zeichengrenzen. Eine Headline, die im Deutschen passt, kann in einer anderen Sprache abgeschnitten werden. Gebt die Zeichengrenzen deshalb schon mit in die Transkreation.
Wie organisiert ihr die Freigabe durch die Länder?
Mit einer benannten Person je Land, einer festen Frist und einer klaren Regel, worüber das Land entscheidet. Das Land gibt Sprache, Tonalität und Marktbezug frei, nicht noch einmal den Inhalt, der in der Zentrale bereits freigegeben ist. Ohne diese Abgrenzung wird die Länderfreigabe zur zweiten inhaltlichen Abstimmung und verdoppelt die Durchlaufzeit.
Langsame Freigaben sind kein Sonderproblem internationaler Teams. In der Studie Inside PR 2026 von Cision nennen 53 % der befragten PR-Fachleute langsame Genehmigungsprozesse als strukturelles Hindernis. Mit jedem zusätzlichen Markt kommt eine weitere Freigabestelle hinzu, und der langsamste Markt bestimmt das Tempo der Kampagne.
Drei Regeln helfen. Erstens: Die Frist steht vor dem Versand fest und wird mit dem Land vereinbart, nicht verordnet. Zweitens: Korrekturen erfolgen direkt im Text und mit Begründung, damit sie in Glossar oder Markensprache übernommen werden können. Drittens: Für Inhalte ohne rechtliche Aussagen gilt nach Ablauf der Frist die geprüfte Fassung als freigegeben. Länder, die regelmäßig nicht reagieren, haben meist keine Kapazität, und das ist eine Frage der Rollen, nicht der Disziplin. Wie ihr Freigaben insgesamt verkürzt, beschreibt Freigabeprozesse: warum drei Wochen normal sind und wie ihr sie halbiert, und wie ihr Zuständigkeiten sauber verteilt, Wer macht was im Content-Team.
Was gehört zu mehrsprachigem SEO?
Eine eigene Keyword-Recherche je Markt, eine eigene URL je Sprachfassung und eine saubere Kennzeichnung der Sprachversionen für Suchmaschinen. Übersetzte Suchbegriffe sind selten die Begriffe, nach denen im Zielmarkt tatsächlich gesucht wird. Wer das Fokus-Keyword aus dem Deutschen einfach übersetzt, optimiert im Zweifel auf einen Begriff, den im Land niemand eingibt.
Die Recherche je Markt gehört in Schritt 1, vor die Übersetzung. Die Person im Land kennt meist die Sprache der Kundschaft, das Suchvolumen liefern die üblichen SEO-Werkzeuge mit Länderdaten. Die gefundenen Begriffe gehen in das Briefing für die Sprachfassung und, wenn sie sich bewähren, in das Glossar. Dasselbe gilt für die Fragen, die Menschen in KI-Suchen stellen: Sie unterscheiden sich je Markt, und wer in ChatGPT, Perplexity oder den AI Overviews eines Landes vorkommen will, braucht die Fragen dieses Landes. Wie ihr das in den Prozess einbaut, steht in GEO im Content-Prozess verankern.
Für die technische Seite hat Google klare Vorgaben veröffentlicht. Google empfiehlt, für jede Sprachversion eine eigene URL zu verwenden, statt die Sprache über Cookies oder Browsereinstellungen zu wechseln, und je Seite eine Sprache für Inhalt und Navigation zu nutzen. Von einer Anpassung der Inhalte anhand der IP-Adresse rät Google ab. Mit hreflang teilt ihr Google mit, welche Seiten Sprach- oder Regionalversionen desselben Inhalts sind. Die wichtigsten Punkte aus der Dokumentation:
- hreflang lässt sich auf drei Wegen angeben: als Link-Element im HTML, im HTTP-Header oder in der XML-Sitemap. Aus Sicht von Google sind die drei Wege gleichwertig.
- Jede Sprachversion muss sich selbst und alle anderen Sprachversionen aufführen.
- Sprachcodes folgen ISO 639-1, Regionscodes ISO 3166-1 Alpha 2.
- Mit x-default kennzeichnet ihr eine Seite für Nutzerinnen und Nutzer, deren Spracheinstellung zu keiner eurer Versionen passt.
- Google nutzt weder hreflang noch das HTML-Attribut lang, um die Sprache einer Seite zu erkennen.
- Lokalisierte Versionen gelten nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt.
Der letzte Punkt ist für Marketingteams wichtig. Eine Seite, deren Navigation übersetzt ist, deren Hauptinhalt aber auf Deutsch bleibt, ist für Google keine eigene Sprachversion. Umgekehrt gilt: hreflang ist ein Hinweis auf Zusammenhänge, keine Garantie für Rankings. Ob eine Sprachfassung gefunden wird, entscheiden wie im Heimatmarkt Inhalt, Suchbegriffe und Qualität.
Eine zweite Grenze ziehen die „Spamrichtlinien für die Google Websuche“, Stand 2. September 2026. Google bewertet den „Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten“ dort unabhängig von der Art der Erstellung und nennt als Beispiele unter anderem KI-erzeugte Seiten in großer Zahl ohne Mehrwert sowie die automatisierte Umformulierung oder Übersetzung fremder Inhalte. Für eure Sprachfassungen heißt das: Übersetzt Inhalte, an denen ihr die Rechte habt, und gebt jeder Fassung die Prüfung, die dieser Beitrag je Inhaltstyp vorsieht. Einschränkend gilt: Es handelt sich um eine Plattformrichtlinie, die Google selbst auslegt.
Wie viel Zeit und Budget kostet ein solcher Prozess?
Das hängt weniger von der Zahl der Wörter ab als von der Mischung der Inhaltstypen und davon, wie viel ihr wiederverwendet. Ein Prozess mit Glossar, Speicher und Prüfregeln verschiebt den Aufwand: weg vom wiederholten Korrigieren derselben Begriffe, hin zu Transkreation und Rechtsprüfung an den wenigen Stellen, an denen sie nötig sind. Ein belastbarer Business Case entsteht nur mit euren eigenen Zahlen.
Rechnet in drei Blöcken. Der erste Block ist die Erstfassung: Bei maschineller Übersetzung sind das vor allem Lizenzkosten und ein geringer Bearbeitungsaufwand je Text. Der zweite Block ist die Prüfung: Zeit der muttersprachlichen Personen, gestaffelt nach Prüfstufe. Der dritte Block sind Transkreation und Rechtsprüfung, die ihr meist extern oder in den Ländern einkauft. Dazu kommt ein Block, den viele vergessen: Wartezeit. Eine Kampagne, die zwei Wochen auf die Freigabe eines Landes wartet, kostet keine Übersetzungsgebühr, aber Reichweite und Planbarkeit.
| Baustein | Annahme im Beispiel | Ergebnis je Monat |
|---|---|---|
| Inhalte und Märkte | 12 Inhalte, 3 Zielmärkte | 36 Sprachfassungen |
| Stichprobe | 20 Fassungen, je 15 Minuten | 5 Stunden |
| Volle Sprachprüfung | 12 Fassungen, je 60 Minuten | 12 Stunden |
| Transkreation | 4 Claims oder Headlines, je 2 Stunden | 8 Stunden |
| Summe Prüfung und Transkreation | ohne Lizenzen und Rechtsprüfung | 25 Stunden |
Der Nutzen des Beispiels liegt nicht in der Summe, sondern im Vergleich. Rechnet denselben Monat einmal so, wie ihr heute arbeitet, mit allen Korrekturschleifen und Rückfragen, und einmal mit festen Prüfstufen. Die Differenz ist euer Hebel. Mit dem ROI-Rechner könnt ihr solche Zeitwerte in einen Business Case mit euren eigenen Stundensätzen übersetzen, und Business Case für Content-Software rechnen zeigt, welche Posten dazugehören.
Fünf Fehler beim Übersetzen von Marketinginhalten
- Alles durch dasselbe Verfahren schickenClaims und Kampagnen werden maschinell übersetzt wie Produktdaten. Die Korrektur dauert danach länger als eine Transkreation von Anfang an.
- Ohne Glossar übersetzenProduktnamen werden übersetzt, Fachbegriffe wechseln von Text zu Text, und jedes Land korrigiert dieselben Wörter immer wieder.
- Über eine Zwischensprache gehenWer über Englisch übersetzt, verliert Anrede und Feinheiten. Übersetzt möglichst direkt aus dem Original.
- Das Land als zweite Inhaltsfreigabe nutzenOhne klare Abgrenzung diskutiert jedes Land den Inhalt neu. Die Länderfreigabe betrifft Sprache, Ton und Marktbezug.
- Keywords übersetzen statt recherchierenDie wörtliche Übersetzung eines Suchbegriffs ist selten der Begriff, nach dem im Zielmarkt gesucht wird. Recherchiert je Markt.
In eigener Sache
Ich arbeite für contentbird, eine Content-Plattform, die unter anderem eine DeepL-Übersetzung direkt am Inhalt anbindet. Für den hier beschriebenen Prozess spielt das Werkzeug eine Nebenrolle: Verfahren je Inhaltstyp, Glossar, Prüfregeln und Länderfreigabe funktionieren mit jedem Übersetzungsdienst, der Glossare und Formalitätseinstellungen unterstützt.
Selbstcheck: Wie belastbar ist euer Übersetzungsprozess?
Setzt Haken bei allem, was auf euch zutrifft.
kurze Einordnung, warum unsere Sprachfassungen länger dauern als geplant:
Die maschinelle Übersetzung ist schnell. Zeit verlieren wir danach: Begriffe werden in jedem Land neu korrigiert, Claims werden übersetzt statt für den Markt neu geschrieben, und Länderfreigaben haben keine feste Frist.
Vorschlag: Wir legen je Inhaltstyp das Verfahren und die Prüftiefe fest, bauen ein gemeinsames Glossar mit den Ländern auf, benennen je Land eine Person mit Freigabefrist und spielen jede Korrektur zurück in Glossar und Übersetzungsspeicher.
Den Effekt messen wir an der Durchlaufzeit vom freigegebenen Original bis zur veröffentlichten Sprachfassung, vorher und nach drei Monaten.
Fazit: Schnell wird Übersetzung durch Wiederverwendung, nicht durch das Tool
Maschinelle Übersetzung hat die Erstfassung schnell und günstig gemacht. Die Zeit, die Marketingteams bei Sprachfassungen verlieren, steckt in den Schritten danach: im wiederholten Korrigieren derselben Begriffe, in Claims, die übersetzt statt transkreiert werden, in Länderfreigaben ohne Frist und in Suchbegriffen, die niemand im Zielmarkt eingibt. Wer je Inhaltstyp das Verfahren festlegt, Glossar und Speicher pflegt und die Prüftiefe nach Risiko staffelt, gewinnt diese Zeit zurück.
Startet klein: ein Glossar mit den zwanzig wichtigsten Begriffen, eine Anrederegel je Markt und eine Tabelle, welcher Inhaltstyp welches Verfahren bekommt. Das reicht, um beim nächsten Kampagnenpaket zu sehen, wo die Zeit hingeht. Wie diese Arbeit in das Zusammenspiel von Zentrale und Ländern passt, beschreibt Content zentral erstellen, lokal ausspielen.
Häufige Fragen
Ist maschinelle Übersetzung für Marketingtexte gut genug?
Für Fachtexte, Produktdaten und Hilfetexte liefert sie mit gepflegtem Glossar meist eine brauchbare Erstfassung, die eine muttersprachliche Person prüft. Für Claims, Headlines und Kampagnen, die von Wortspiel oder kulturellem Bezug leben, reicht sie nicht. Dort ersetzt sie keine Transkreation.
Was ist der Unterschied zwischen Glossar und Translation Memory?
Das Glossar regelt einzelne Begriffe: wie ein Produktname, ein Fachbegriff oder ein Claim in jeder Sprache heißt. Das Translation Memory speichert ganze, bereits freigegebene Sätze und schlägt sie bei Wiederholung erneut vor. Das Glossar sorgt für einheitliche Begriffe, der Speicher für weniger Neuarbeit bei wiederkehrenden Texten.
Brauchen wir für jede Sprache eine eigene URL?
Google empfiehlt eigene URLs für jede Sprachversion, statt die Sprache über Cookies oder Browsereinstellungen umzuschalten. Ob ihr dafür Länderdomains, Subdomains oder Unterverzeichnisse nutzt, ist eine Abwägung zwischen Aufwand und Signalwirkung. Wichtig ist, dass jede Version per hreflang auf sich selbst und alle anderen Versionen verweist.
Dürfen wir KI-übersetzte Texte ohne Prüfung veröffentlichen?
Technisch ja, empfehlenswert ist es nur für Inhalte mit geringem Risiko und gepflegtem Glossar, und auch dort mit Stichproben. Aussagen zu Preisen, Garantien, Gesundheit oder Umwelt gehören immer in eine fachliche Prüfung im Land, weil die rechtlichen Anforderungen sich je Markt unterscheiden.
Wer sollte Claims und Kampagnen transkreieren?
Eine Person, die in der Zielsprache texten kann und den Markt kennt, im eigenen Länderteam oder bei einer Agentur im Markt. Gebt ihr ein Briefing mit Ziel, Zielgruppe, Kernbotschaft, Zeichengrenzen und den Gründen, warum das Original so formuliert ist. Eine reine Übersetzungsvorlage reicht dafür nicht.
Wo verliert euer Content-Prozess heute Zeit?
In 30 Minuten schauen wir gemeinsam darauf, wo euch heute unnötige Abstimmungen, manuelle Aufgaben, Toolwechsel oder wiederkehrende Content-Arbeit Zeit kosten.
Wenn ihr Inhalte für mehrere Märkte übersetzt, gehen wir euren Weg vom freigegebenen Original bis zur veröffentlichten Sprachfassung durch und klären, wo Glossar, Prüfregeln und Länderfreigabe euch am meisten Zeit sparen.
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Dennis Gumprich
Dennis begleitet Marketing- und Kommunikationsteams bei der Frage, wie generative KI in bestehende Content-Prozesse passt, ohne Qualität, Markensprache und Freigaben zu untergraben. Schwerpunkte: Content Operations, AI Governance und Toolauswahl in Mittelstand und Konzern.
Transparenzhinweis: Dennis arbeitet für contentbird, einen Anbieter von KI-gestützter Content-Software. Produkterwähnungen sind im Beitrag gekennzeichnet. Mehr über Dennis · LinkedIn
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Quellen
- Staffbase und SCM: Trendmonitor Interne Kommunikation 2026, 431 Fach- und Führungskräfte der internen Kommunikation, Befragung Juni bis Juli 2025. Abgerufen am 31. Oktober 2026: insights.staffbase.com
- DeepL: Glossary, Translate your terminology consistently, at scale. Abgerufen am 31. Oktober 2026: deepl.com/en/features/glossary
- DeepL Support: Hilfeartikel zur Einstellung für formellen und informellen Ton. Abgerufen am 31. Oktober 2026: support.deepl.com/hc/en-us/articles/4406432463762
- Google Search Central: Tell Google about localized versions of your page, Stand 21. September 2026. Abgerufen am 31. Oktober 2026: developers.google.com/search/docs/specialty/international/localized-versions
- Google Search Central: Managing multi-regional and multilingual sites, Stand 10. Dezember 2025. Abgerufen am 31. Oktober 2026: developers.google.com/search/docs/specialty/international/managing-multi-regional-sites
- Cision: Inside PR 2026, knapp 600 PR-Fachleute in den USA und Großbritannien, Pressemitteilung vom 6. Januar 2026. Abgerufen am 31. Oktober 2026: prnewswire.com
- bvik: bvik-Studie Digitalisierungsgrad 2023: Ergebnisse, Ergebnisseite zur Befragung von 191 Unternehmen, 2023: 42 Prozent nutzten KI im Marketing, am häufigsten für Content-Erstellung und Übersetzung. Historischer Wert aus 2023, Verbandsbefragung mit kleiner Stichprobe. Abgerufen am 31. Oktober 2026.
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google Websuche, Dokumentation, Stand 2. September 2026: Abschnitt zum Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten, der unabhängig von der Erstellungsart gilt; genannte Beispiele sind unter anderem viele KI-erzeugte Seiten ohne Mehrwert und die automatisierte Umformulierung oder Übersetzung fremder Inhalte. Richtlinie der Plattform, keine Erhebung. Abgerufen am 31. Oktober 2026.
Entstehung dieses Beitrags
Dieser Beitrag ist unter Einsatz von KI entstanden. Struktur, Recherche und Formulierungsentwürfe wurden KI-gestützt erarbeitet. Fachliche Einordnung, Prüfung der Aussagen und die finale Fassung liegen bei Dennis Gumprich.
Zur Belastbarkeit der Aussagen
Belegt sind die Zahlen aus dem Trendmonitor Interne Kommunikation und aus der Cision-Studie, die Funktionsangaben zu DeepL nach dessen eigener Darstellung sowie die Vorgaben von Google zu Sprachversionen und hreflang, jeweils mit Stand 31. Oktober 2026. Ebenfalls belegt sind die Übersetzung als schon 2023 häufige KI-Anwendung im Marketing (bvik-Studie Digitalisierungsgrad 2023, historischer Wert aus 2023, 191 Unternehmen) und die automatisierte Übersetzung fremder Inhalte als Beispiel für skalierten Content-Missbrauch (Spamrichtlinien von Google, Plattformrichtlinie). Funktionen und Tarife der Anbieter können sich ändern. Die Zuordnung von Verfahren zu Inhaltstypen, die Prüfstufen, der Ablauf in fünf Schritten und das Rechenbeispiel sind Arbeitsmodelle aus der Beratungspraxis, keine erhobenen Messwerte.
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